Stollen 2019/2020

Regie: Laura Reichwald | Dokumentarfilm

30 Jahre nach der Wende ist der Bergbau im Dorf Pöhla (Erzgebirge), trotz der verheerenden gesundheitlichen Folgen, zu einem glorreichen Märchen der Alten geworden. Mit der Schließung der Uranbergwerke 1992, welche Mensch und Landschaft 800 Jahre irreversibel prägten, baute man sich eine neue Identität als Tourismusmagnet auf.

Einzig zur Adventszeit vereinen sich touristische und bergbauliche Bräuche, kommerzielle Interessen und identitätsstiftende Traditionen. Ob beim Stollen backen, dem gemeinsamen Singen zur Mettenschicht im Bergwerk oder der Aufführung der Christmette: Hinter dem besinnlichen und selbst proklamierten Bild des „Weihnachtswunderlands“ verbirgt sich jedoch nach wie vor harte Arbeit.

Der moderne Heimatfilm Stollen erzählt von dieser besonderen Zeit des Jahres ober und unter Tage.

Dafür beobachtet er generationsübergreifend Einwohner*Innen des Ortes Pöhla bei ihrer Arbeit und lässt sie fragmentarisch erzählen, was sie beschäftigt. So bildet sich ein Konglomerat aus Geschichten und Meinungen, wobei sich persönliches und regionales verknüpft, und zeichnet das Bild einer Region, die gerade 2019 mit der Inbetriebnahme einer Pilotanlage zum Abbau von Zinn, um ihre Identität ringt.

Buch:

Laura Reichwald, Georg Kußmann, Stephan Bernades

Kamera:

Janine Pätzold

Schnitt:

Gal Yaron Meyersohn

Ton:

Elisabeth Sommer

Redaktion:

Martin Hübner, MDR

Produzent:

Jürgen Kleinig (Neue Celluloid Fabrik), Marcello Busse (Busse), Stephan Bernardes (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf)