Mitgefühl auf Rezept (AT) 2020/ 2021

Regie: Louise Detlefsen | Dokumentarfilm | ca. 90' & 52'

In dem kleinen dänischen Pflegeheim Dagmarsminde begegnen wir der engagierten und passionierten Gründerin und Krankenschwester May Bjerre Eiby, die nichts von spezifischen Demenzdiagnosen und Demenzmedikamenten hält, da nichts davon die Lebensqualität der elf Bewohnerinnen und Bewohner verbessert. Stattdessen haben May und ihre Kolleginnen eine neue Behandlungsform entwickelt. May nennt diese neue Form der Pflege „Umsorgung“. Ihr Rezept: Umarmungen, Nähe, Gespräche, Humor, Blickkontakt, Gemeinschaft und Naturerleben. Mit dem Verzicht auf Medikamente und der Konzentration auf Fürsorge stellt sie die, in unserem Gesundheitssystem derzeit übliche Behandlung radikal infrage.

Mitgefühl auf Rezept ist ein lebensbejahender Dokumentarfilm über die Kraft menschlicher Nähe. Zusammen mit der Protagonistin May erleben wir die starken Gefühle und persönlichen Dramen der Bewohner_innen von Dagmarsminde und den Alltag von Menschen mit Demenz. Jeden Morgen, wenn die Bewohner_innen am Frühstückstisch sitzen, haben sie vergessen, wo sie sind, welches Jahr ist und ob ihr Ehepartner noch lebt oder schon gestorben ist. In dem ihr Blick auf all das Positive im Hier und Jetzt gelenkt wird, ihre Sinne durch das Erleben der Natur aktiviert werden und sie in einer liebevoll eingerichteten Umgebung wohnen, können sie dennoch ihr Leben genießen. Die Bewohner_innen fühlen sich in der kleinen Heimgemeinschaft wertgeschätzt, wodurch typische Demenzsymptome wie Rastlosigkeit, Aggressivität und das schmerzhafte Gefühl der Leere abgemildert werden.

Doch einen Wandel anzustoßen, ist aber nicht immer einfach. Eine Patientin muss von zehn verschiedenen Medikamenten entwöhnt werden, der Tod ist ein ständiger Begleiter und als ein neues Ehepaar in Dagmarsminde einzieht, stellt das May und ihr Team vor große Herausforderungen.

Buch:

Louise Detlefsen

Kamera:

Per Fredrik Skiöld

Schnitt:

Julie Winding

Ton:

Frank Møldrup

Produzent:

Malene Flindt Pedersen ( Hansen & Pedersen Film & Television)

Co-Produzent:

Jürgen Kleinig (Neue Celluloid Fabrik)